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„Einmal noch nach Hause zu meiner Familie“

09. November 2021

Am Nachmittag läutete bei unserem Koordinator das Telefon.

Eine Frau rief an. Ihre Mutter sei schwer erkrankt und kämpft im Krankenhaus gegen die Krankheit. Die Stunden sind gezählt und der größte Wunsch der Mutter wäre es, einmal noch in ihre Wohnung zu fahren. Sie möchte sich dort in Ruhe von ihrem Mann, ihren Kindern, ihren Freunden verabschieden.


16 Stunden später standen unsere ehrenamtlichen Wunscherfüller Sabine, Hannah und Florian auf der Palliativstation im Krankenhaus bereit. Sie holten Frau Christine ab. Diese war schon sehr geschwächt, freute sich aber sehr, als sie die „Engel“ sah. Gut verpackt in warmen Decken ging es mit dem heutigen Fahrgast zu unserem Fahrzeug und die Wunscherfüllung begann.

Nach kurzer Fahrzeit erreichten wir den Heimatort wo bereits ihr Ehemann und Sohn auf die Frau und Mutter sehnlichst warteten. In der Wohnung war alles vorbereitet und auch der Sofa Platz wo Frau Christine früher immer saß und sich wohl fühlte, war für sie hergerichtet.

Es war ein gutes Gefühl wieder einmal in den eigenen vier Wänden zu sein. Umringt von seiner Familie und Freunden. Über viele Sachen wurde gesprochen und natürlich kuschelten die Kinder mit der Mutter. Man sah unserem Fahrgast die großen Schmerzen an, die stündlich immer mehr wurden. Auch die Sonne versuchte positiv beizutragen und schien mit voller Kraft auf Frau Christine und wärmte sie.

Liebevoll kümmerte sich auch die Nachbarin, welche eigens eine Kürbiscremesuppe gekocht und unser Fahrgast mit wenigen Löffeln selbst verkostet hat.

Am Nachmittag verschlechterte sich der Zustand sehr schnell, sodass wir beschlossen, die Wunschfahrt zu beenden. Wir lagerten unseren Fahrgast auf unserer Trage und die Familie konnte sich noch einmal von ihr verabschieden. Tränen flossen bei den Angehörigen. Eine eigene Stimmung machte sich in der Wohnung breit. Eine Stimmung, die man niemandem wünscht. Trotzdem war jetzt der Zeitpunkt gekommen, um wieder in das Krankenhaus zu fahren.

Während der Fahrt schlief Frau Christine sehr gut und ruhig, sodass sie erst auf der Station wieder munter wurde. Wir durften uns bei ihr verabschieden und überreichten ihr unseren Teddy „Ben“, der sie noch lange an diesen Tag erinnern soll.


Unserem Fahrgast, sowie der Familie wünschen wir alles Gute und ganz viel Kraft.

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