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„In meine Wohnung zu meiner Familie“

17. Juni 2022

Vor wenigen Tagen durften wir unseren Verein -Rollende Engel- im Hospiz St. Barbara in Ried im Innkreis vorstellen.

Nur wenige Tage danach erhielten wir eine Wunschanfrage.

Robert (Name geändert) hat im Februar die schreckliche Diagnose Gehirntumor diagnostiziert bekommen. Seither verschlechtert sich sein Zustand von Tag zu Tag. Die Ärzte können ihm nicht mehr helfen. Im Hospiz St. Barbara wird er liebevoll rund um die Uhr betreut. Robert hat große Schmerzen und die meiste Zeit schläft er. Dennoch äußerte er selbst den Wunsch, einmal noch nach Hause zu fahren. Einmal dorthin, wo er viele Jahre mit seiner Frau und seinen Kindern verbracht hat.

Die Mitarbeiter des Hospiz kontaktierten uns und wenige Stunden später waren wir einsatzbereit und holten Robert ab. Müde und ziemlich geschlaucht nahmen ihn unsere ehrenamtlichen Wunscherfüller Birgitt & Florian auf. Gemeinsam mit seiner Ehefrau machten wir uns dann auf den Weg in seinen Heimatort. Während der Fahrt mussten wir öfters stehen bleiben, da die Schmerzen zu groß wurden und wir ihn medizinisch versorgen mussten.

Zuhause angekommen ging es in seine wunderschöne, große Wohnung. Dort erwarteten ihn auch schon seine Kinder, Schwiegertochter und seine Enkelin. Alle waren froh, ihren geliebten Vater/Schwiegervater/Opa zu sehen. Auf der Couch machten wir es ihm ganz gemütlich und seine Familie konnte ganz nah bei ihm sein, ihm die Hände streicheln und mit ihm noch einmal reden.

Reden macht hungrig, sodass die Familie beschloss, noch einmal Roberts Lieblingsspeise (Forelle mit Kartoffelsalat) in ihrem Restaurant, wo sie früher sehr oft waren, zu bestellen.
Wenige Minuten später saß die gesamte Familie bei Tisch und ließen sich die Forellen schmecken. Roberts Augen funkelten und man sah ihm den Genuss beim Essen an. Es waren nicht viele Bissen, doch die die er machte, haben seinen Gaumen und sein Herz erfreut.

Auch die Topfentorte von seiner Schwiegertochter kostete unser Fahrgast und freute sich darüber sehr. Noch mehr freute er sich, dass seine kleine Enkeltochter ebenfalls noch einmal bei ihrem Opa war und er sich viele Neuigkeiten von ihr erzählen lassen konnte.

Unser Fahrgast war sehr glücklich und dankbar für diesen Ausflug. Jedoch wurden die Schmerzen immer größer, sodass wir die Wunschfahrt frühzeitig beenden mussten.

Bei der Verabschiedung flossen zahlreiche Tränen. Letzte Umarmungen und Küsse wurden ausgetauscht. War es wirklich das letzte Mal, dass Robert zuhause war?

Vorsichtig brachten ihn unsere Wunscherfüller zum Fahrzeug und machten sich auf den Weg zurück. Während der Fahrt schlief unser Fahrgast tief und fest und wachte erst bei der Ankunft in der Hospiz auf.

Müde, aber sehr zufrieden und dankbar für diese Wunschfahrt verabschiedete er sich von uns und schlief dann auch gleich wieder weiter.


Für uns war es wieder einmal eine wunderschöne Wunschfahrt. Wieder ein weiterer Fahrgast, der unseren Respekt verdient und wir dankbar sind, dass wir ihn kennenlernen durften. Eine Familie, welche die nächste Zeit viel Kraft benötigt und der wir alles Liebe und Gute wünschen.


Danke an das St. Barbara Hospiz Team Ried im Innkreis für eure Menschlichkeit und euer unbürokratisches Handeln.

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