Applaus für die Tochter

Martina ist 37 Jahre jung. Eine liebevolle Mutter, einer stolzen Tochter – und vor allem: die Mama von Ronja. Vor wenigen Monaten erhielt sie eine Diagnose, die ihr Leben von einem Moment auf den anderen veränderte. Eine lebensverkürzende Krankheit, die ihr täglich mehr Kraft nimmt. Seit einigen Wochen wird Martina auf der Palliativstation im Krankenhaus betreut. Mit jedem Tag wird es schwerer.

Und doch gab es da noch einen Herzenswunsch.

Ronja, ihre zwölfjährige Tochter, turnt seit etwa eineinhalb Jahren voller Begeisterung in einem Turnverein. Nun stand etwas ganz Besonderes bevor: ihr erster großer Schau-Turn-Wettbewerb. Wochenlang hatte sie dafür trainiert. Für Martina war sofort klar: Sie wollte unbedingt dabei sein. Sie wollte ihrer Tochter die Daumen drücken, sie anfeuern und diesen wichtigen Moment im Leben ihres Kindes miterleben.

Die Ärzte wandten sich an unseren Verein Rollende Engel, um der jungen Mutter diesen Herzenswunsch zu erfüllen.

Unsere ehrenamtlichen Wunscherfüller Julia und Florian machten sich auf den Weg ins Krankenhaus. Als sie Martina abholten, war deutlich zu sehen, wie sehr die Krankheit bereits an ihren Kräften zehrte. Und doch lag in ihrem Blick etwas anderes: Vorfreude. Hoffnung. Liebe.

Gemeinsam machten sie sich im Rollenden Engel auf den Weg zur Turnhalle. Dort herrschte bereits reges Treiben. Mehr als 250 Kinder waren gekommen, um ihr Können zu zeigen. Dank der Veranstalter konnten wir Martina mit der Trage direkt in die Halle bringen – mitten hinein in das bunte Geschehen.

Und dann passierte der Moment, auf den Martina gewartet hatte. Ronja kam angelaufen. Aufgeregt, nervös und überglücklich, dass ihre Mama tatsächlich da war. Dieser Blick zwischen Mutter und Tochter sagte mehr als tausend Worte. Ronja gab alles. Sie sprang, turnte, zeigte voller Stolz, was sie gelernt hatte – und erreichte am Ende einen großartigen neunten Platz.

Martina und ihr Mann waren unglaublich stolz. Doch noch viel wichtiger war für Martina etwas anderes: Sie durfte diesen Moment miterleben.

Mit jeder Minute wurden ihre Kräfte weniger. Die vielen Eindrücke, die Emotionen – all das war anstrengend für ihren geschwächten Körper.
Doch dann äußerte Martina noch einen letzten Wunsch. So gerne würde sie noch ein einziges Mal zu ihrem Pferd fahren.

Ein Haflinger, der sie schon lange begleitet. Ein treuer Gefährte, der ihr immer Kraft gegeben hatte. Natürlich machten wir auch das möglich. Kurz darauf brachen wir auf zu dem kleinen Bauernhof. Es war bereits dunkel, als wir ankamen. Doch ihr Pferd kam sofort zu ihr. Martina konnte ihn streicheln, ihm über die Mähne fahren und ihn füttern.

In diesem Moment wurde etwas ganz Besonderes spürbar: die tiefe Verbindung zwischen Mensch und Tier.

Mit vielen Pferdehaaren auf der Decke ging es schließlich zurück ins Krankenhaus. Martina war erschöpft, aber überglücklich. Immer wieder bedankte sie sich, dass wir ihr diesen letzten Wunsch erfüllt haben.

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