Flammeninferno

Manche Einsätze lassen uns sprachlos zurück. Nicht, weil es nichts zu sagen gäbe – sondern weil Worte kaum ausreichen.

Im Dezember, in den frühen Morgenstunden, durchbrachen Sirenen die Stille. Ein Wohnungsbrand. Eingeschlossene Personen. Menschenleben in akuter Gefahr. Die Feuerwehr kämpfte um jede Sekunde, die Rettung hatte oberste Priorität. Eine Frau und ein Mann rangen ums Überleben. Mit schweren Verbrennungen – über 50 Prozent der Körperoberfläche – wurden sie mit Rettungshubschraubern in umliegende Krankenhäuser geflogen. Unter ihnen: die 58-jährige Gertrude und ihr Ehemann.

In den Krankenhäusern wurde alles Menschenmögliche getan. Ärzte, Pflegekräfte und Einsatzteams kämpften unermüdlich. Doch der Mann erlag seinen schweren Verletzungen. Gertrude überlebte – schwerstverletzt. Sie liegt auf der Intensivstation, angeschlossen an lebenserhaltende Geräte. Während sie selbst noch zwischen Leben und Tod schwebte, musste sie Abschied nehmen von dem Menschen, mit dem sie ihr Leben geteilt hatte.

Die Beisetzung ihres Mannes stand bevor. Und Gertrude hatte einen einzigen, tiefen Wunsch: Dabei zu sein.

Doch wie soll das möglich sein?
Mehr als 50 Prozent Verbrennungen. Intensivmedizinische Betreuung. Jeder Transport ein enormes Risiko. In dieser ausweglos scheinenden Situation wandten sich die Angehörigen an unseren Verein „Rollende Engel“. Wir zögerten keine Sekunde. Mit größter Sorgfalt, medizinischer Begleitung und unendlichem Respekt durften wir Gertrude diesen letzten Wunsch erfüllen: Sie konnte bei der Beisetzung ihres Mannes anwesend sein.

Was unsere Wunscherfüller in diesen Momenten erlebt haben, lässt sich kaum beschreiben. Es waren Augenblicke voller Liebe, Abschied, Schmerz – und tiefer Menschlichkeit. Aus Achtung vor der Würde aller Beteiligten möchten wir darüber nicht im Detail berichten und bitten um Ihr Verständnis.

Heute ist dieser Bericht ein stiller Moment zum Innehalten. Zum Nachdenken. Und zum Erinnern daran, wie wichtig es ist, Mensch zu sein.

Danke an unsere ehrenamtlichen Wunscherfüller, die um 04.00 Uhr morgens die Reise antraten. Über 1.100 Kilometer zurücklegten, 19 Stunden unterwegs waren und dies alles mit größter Menschlichkeit und unbezahlt in ihrer Freizeit ermöglichten.

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